Fibonacci

Der Goldene Schnitt in unserem Alltag

Der Goldene Schnitt lässt sich nicht nur in der Mathematik finden, sondern auch in der der Natur, der Kunst, der Architektur und in der Musik. Der Goldene Schnitt steht für Schönheit und Harmonie.

Der Goldene Schnitt in geometrischen Figuren

Pentagramm

Fig.6 Pentagramm im Goldenen Schnitt

Man findet den Goldenen Schnitt in vielen geometrischen Figuren wieder, wie zum Beispiel beim Pentagramm, welches die Seiten des Dodekaeders (platonischer Körper) bilden (Fig.6) oder dem regelmässigen Zehneck. Schauen wir uns doch das Pentagramm ein wenig genauer an.

Jede Strecke und auch jede Teilstrecke innerhalb des Pentagramms steht zu einer anderen Strecke im Goldenen Schnitt.

Es gibt 3 verschiedene Möglichkeiten: d:a, a:b oder b:c.


Goldener Schnitt am Menschen

Im 19. Jahrhundert galt der Goldene Schnitt bei den Menschen als Schönheitsideal. Der deutsche Philosoph Adolf Zeising (1810-1876) war überzeugt, dass der Goldene Schnitt auch beim Menschen vorkommen musste.

In seinem Buch schrieb er: „Der Goldene Schnitt ist als ästhetisches Gesetz in Betreff des Baues des menschlichen Körpers nachgewiesen, insofern bei dessen Länge vom Scheitel bis zur Sohle der Einteilungspunkt nach dem Goldenen Schnitt in die Gegend der Rippengrenze falle.“ (A. Zeising 1810-1876)


In der Architektur

Während der Renaissance entstand eine Lehre von Proportionen in verschiedenen Teilgebieten der Kunst. Nach Schmidt(2003) kann man die Lehre so erklären, dass Schönheit und Harmonie in der Kunst durch wohl proportionierte Zahlen oder Längen ersichtlich werden.

Diese Lehre nennt man heute schlicht und einfach, den Goldenen Schnitt.

Insbesondere in der Architektur bekam der Goldene Schnitt eine grosse Bedeutung.Experten streiten sich noch heute darum, ob zum Beispiel die Pyramiden, oder auch andere Gebäude, absichtlich im Goldenen Schnitt gebaut wurden, oder ob es nur Zufall war.


Man weiss es nicht, und man wird es auch nie beweisen können. Denn dafür bräuchte man die Baupläne und Berechnungen, doch diese existieren nicht mehr.Die meisten der heutigen Fachleute, welche sich mit solchen Fragen befassen sind jedoch der Meinung, dass es wohl nie richtig geplant war, genau im Goldenen Schnitt zu bauen, jedoch die Mensch damals schon realisiert hatten, das bestimmte Masse zusammen gut aussehen. Man könnte also sagen, dass die Menschen damals schon so etwas wie Intuition hatten.

Phartenon

Fig.7 Ein Tempel im Goldenen Schnitt


Von den Griechen jedoch ist es bekannt, dass sie schon in der Antike den Goldenen Schnitt zur Erschaffung ihrer Tempel benutzt hatten. Eines der berühmtesten Beispiele dafür ist der Parthenon-Tempel in Athen (Fig.7). Hier bildet der Säuleneingang ein goldenes Rechteck und die Gesamthöhe des Tempels steht mit der Höhe der Säulen auch im Goldenen Schnitt.

Und sogar in den Verziehrungen der Säulen findet man noch einige Male denn Goldenen Schnitt.


Aber nicht nur bei den Griechen war der Goldene Schnitt sehr beliebt, sondern auch in der katholischen Kirche. Diese bezeichnete den Goldenen Schnitt im Mittelalter sogar als „Göttliches Verhältnis“. So ist es dann wohl auch nicht verwunderlich, dass auch in zahlreichen alten Kirchenbauten der Goldene Schnitt vorhanden ist.


Das Leipziger Rathaus im Goldenen Schnitt

Fig.8 Das Leipziger Rathaus im Goldenen Schnitt

Weitere Beispiele zum Beweis des Goldenen Schnittes in Gebäuden ist das Leipziger Rathaus (Fig.8). Es wurde 1556 von Hieronymus Notter gebaut, und es ist bewiesen, dass der Turm das Gebäude im Goldenen Schnitt teilt.


Und sogar in der heutigen Zeit wird der Goldene Schnitt in der Architektur noch angewandt.

Der Architekt le Cobusier verwendet seit 1948 dieses Mass in seinen Gebäuden. Und er schrieb auch ein Buch, den so genannten „ Modulor“ in dem er alles über dieses Mass notierte.


In der Kunst

Wie schon angedeutet, findet man den Goldenen Schnitt auch in der Kunst. Vor allem in der Renaissance war der Goldene Schnitt bei den Künstlern sehr beliebt. Das wohl berühmteste Beispiel dafür ist die Mona Lisa (Fig.9).


>Mona Lisa im Goldenen Schnitt

Fig.9 Mona Lisa im Goldenen Schnitt


Dieses Bild enthält mehrere goldene Dreiecke. Die Verhältnisse D:A (d:a), A:B (a:b) und B:C (b:c) liegen im Goldenen Schnitt. Man sieht also, das schon die Menschen in früheren Zeiten Mathematik in ihren Werken angewandt haben. Ob das Absicht, oder eher Zufall war, lässt sich jedoch nicht sagen.


In der Musik

Der Goldene Schnitt wird in der Musik vor allem zum Instrumentenbau verwendet. Das wohl berühmteste Instrument mit dem Goldenen Schnitt ist die Geige (Fig.10). Das Instrument erhält dadurch einen Schönen Klangbereich.


Dies ist eine Geige, die 1969 von Johann Goldfuss gebaut wurde

Fig.10 Dies ist eine Geige, die 1969 von Johann Goldfuss gebaut wurde





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