Der goldene Schnitt in den Werken grosser Komponisten
Es gibt zwei Arten, wie der Goldene Schnitt in der Musik auftreten kann. Einerseits können die Frequenzen zweier Töne zusammen im Goldenen Schnitt stehen. Andererseits kann ein Stück aus mehreren Teilen bestehen, deren Dauer ebenfalls die Bedingungen des Goldnen Schnitts einhalten. Ein Künstler, der den Goldenen Schnitt häufig anwendete, war Béla Bartók. Ein Beispiel dafür ist seine „Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug“. Das gesamte Stück, bestehend aus 2 Sätzen (Teilen), ist 6432 Achtelnoten lang, wobei der zweite Satz 3975 Achtel dauert. Diese beiden Zahlen stehen zusammen recht genau im goldenen Schnitt. Obwohl Bartók selbst sich nie zu diesem Thema geäussert hat, deutet vieles darauf hin, dass er den Goldenen Schnitt kannte und mochte. Es heisst, seine Lieblingsblume sei die Sonnenblume gewesen, und er habe immer einen Tannenzapfen auf dem Schreibtisch liegen gehabt. Beides sind bekannte Symbole für die Fibonacci-Reihe und den Goldenen Schnitt in der Natur.
Auch von Wolfgang Amadeus Mozart, einem der grössten und genialsten Musiker aller Zeiten, weiss man, dass er eine Faszination für Mathematik und Zahlenspiele besass. Oft findet man an den Rändern von Mozarts Kompositionen mathematische Gleichungen.
Es erstaunt daher nicht, dass sich auch in seinen Werken der Goldene Schnitt finden lässt. Ein Beispiel ist seine Sonate Nr. 1 in C-Dur. Diese besteht wie alle Sonaten aus verschiedenen Sätzen, wobei zu Mozarts Zeit jeder Satz in 2 Teile gegliedert war. Bei der erwähnten Sonate verhalten sich die Längen der Teile des ersten Satzes ziemlich genau im Goldenen Schnitt. Auch andere Sonaten Mozarts scheinen den Goldenen Schnitt nachzubilden.
Ähnliche Beobachtungen kann man auch bei anderen Komponisten wie z. B. Bach und Debussy machen.
Daraus lässt sich natürlich nicht ableiten, dass die erwähnten Musiker den Goldenen Schnitt bewusst anwendeten oder dass dies gar die Genialität ihrer Werke ausmacht. Viel wahrscheinlicher ist es, dass dieses Prinzip sozusagen in uns Menschen verwurzelt ist und automatisch zum Vorschein kommt.


